Westtor Apotheke

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Weiterbildungsstätte für Allgemeinpharmazie 
HSE

 

Notdienst

Notdienst-Kalender

Bild: © Petra Bork/ pixelio.de

Ernährung bei FettstoffwechselstörungenFettstoffwechselstörungen liegen vor, wenn der Gehalt an Cholesterin und/oder Triglyceriden (Fette) im Blut zu hoch ist. Sie können Folge einer anderen Erkrankung sein, wie z. B. Diabetes, Übergewicht oder einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung, oder sie sind genetisch bedingt.
Für den Körper ist Cholesterin lebensnotwendig. Es ist eine der wichtigsten Substanzen für den Stoffwechsel, insbesondere für den Hormonhaushalt. In zu hoher Konzentration im Blut spielt es aber eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Arteriosklerose und damit den Herz-Kreislauferkrankungen.
Unterschieden wird das Cholesterin in das „gute“ HDL-Cholesterin und das „schlechte“ LDL-Cholesterin, das in folgendem Verhältnis stehen sollte:

Ob Ihre Blutfettewerte ein Risiko sind, kann nur individuell ärztlich ermittelt werden!
  ideal ärztlich prüfen lassen
Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl über 250 mg/dl
HDL über 35 mg/dl unter 35 mg/dl
LDL unter 135 mg/dl über 155 mg/dl
Triglyceride unter 200 mg/dl über 250 mg/dl

Tipps zur richtigen Ernährung:

Über die Ernährung lassen sich die Blutfettwerte beeinflussen. Aber auch Bewegung ist sehr wichtig! Dieser Ratgeber beschäftigt sich jedoch nur mit der Ernährung. Bevor man Medikamente einsetzt, ist eine Veränderung des Essens sinnvoll - und eine Steigerung der körperlichen Aktivität. Lange Zeit ging man davon aus, dass der Cholesteringehalt in der Nahrung dafür drastisch verringert werden müsste. Inzwischen weiss man, dass der Fettgehalt viel wichtiger ist und hierbei besonders die sogenannten gesättigten Fette, die in Fleisch, Wurstwaren und Margarine vorkommen. Außerdem schenkt man der Gesamtkalorienmenge der Nahrung mehr Betrachtung und dem Anteil an pflanzlichen Faserstoffen. Das Cholesterin ist in den Hintergrund getreten.

  • Um den Cholesterinspiegel zu senken, sollte die Cholesterinzufuhr nicht über 300 mg/Tag liegen,  Übergewicht durch eine Reduktionskost verringert werden und die Fettzufuhr unter 30% der Gesamtkalorienmenge liegen. Sie sollten Fette mit einfach und mehrfach ungesättigten (z. B. Olivenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl) bevorzugen, sie wirken sich positiv auf das Verhältnis vom HDL-Cholesterin zum LDL-Cholesterin aus. Dass die Entscheidung Margarine oder Butter trotzdem nicht so einfach ist, sieht man daran, dass die Butter mit wenigen ungesättigten Fettsäuren viele kurzkettige Fettsäuren enthält, die den Cholesterinspiegel kaum beeinflussen. Dagegen enthalten viele Margarinen, besonders solche, die in der Lebensmittelindustrie und den Konditoreien eingesetzt werden, gehärtete pflanzliche Fette und tierische Öle und Fette, die wegen ihres hohen Gehaltes an gesättigten Fettsäuren einen negativen Einfluss auf die Blutfettwerte haben. Achten Sie beim Kochen auf eine fettarme Zubereitungsmethode, wie Dünsten, Dämpfen, Grillen oder in Folie Garen.
  •  Denken Sie an die „versteckten Fette“, denn Fett muß nicht immer auf dem ersten Blick sichtbar sein. Sie bestehen vor allem aus gesättigten Fettsäuren (fettes Fleisch, Wurstwaren, fette Käsesorten, Nüsse, Torten, Süßwaren), die den Cholesterinspiegel erhöhen.
  • Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Nahrungsmittel. Ballaststoffe sind vor allem in Gemüse, Obst und Vollkornprodukten enthalten. Sie beeinflussen positiv das Verhältnis vom HDL-Cholesterin zum LDL-Cholesterin.
  • Bei den Kohlenhydraten sollten einfache Zucker, wie sie in Süßigkeiten enthalten sind, nach Möglichkeit gemieden werden, da sie ebenfalls bestimmte Fettwerte erhöhen können. Erreicht werden kann dies durch eine Bevorzugung pflanzlicher Produkte wie Gemüse und Vollkorngetreideprodukte.
empfehlenswerte Lebensmittel nicht empfehlenswerte Lebensmittel
Eiweiß und Eiweißprodukte Eigelb, fettreiche Eierspeisen, max. 1-2 Eier pro Woche
Vollkornprodukte Eierteigwaren (Kuchen, Kekse)
fettarme Milch und Milchprodukte (Magerquark, Joghurt, Käse bis 30% Fettgehalt) fettreiche Milch und Milchprodukte (Vollmilch, Sahne, Crème fraiche)
alle Sorten Gemüse, Obst Avocados, fettreiche Salatdressings, Nüsse
Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Kartoffelpüree Pommes frites, Chips, Kroketten
fettarme Fischsorten (Heilbutt, Hecht, Seezunge, Seelachs, Scholle, Kabeljau), 2-3 pro Woche fettreiche Fischsorten (Hering, Ölsardinen, Räucherlachs, Muscheln, Bückling)
fettarmes Fleisch- und Wurstsorten (Wild, Pute, Corned Beef, Geflügelwurst), max. 3-4 pro Woche fettreiche Fleisch- und Wurstsorten (Schweinefleisch, Gans, Ente), Innereien, Mettwurst, Streichwurst
Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl Kokus- und Palmfett, Schweineschmalz, Mayonnaise, Remoulade)

Was Sie noch wissen und beachten sollten

  • Planen Sie eine regelmäßige körperliche Bewegung mit in Ihren Tagesablauf ein. Dadurch können Sie das „schlechte“ LDL-Cholesterin senken und das „gute“ HDL-Cholesterin stei-gern.
  • Bleiben Ihre Blutfette trotz Diät, Normalgewicht und körperlicher Bewegung deutlich erhöht, sollte eine medikamentöse Therapie überlegt werden. Ihr behandelnder Arzt kann am bes-ten entscheiden, ob und welches Arzneimittel bei Ihnen angezeigt ist.