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Ernährung bei Diabetes

Bild: © Rolf Handke/ pixelio.de

Der Diabetes ("Zuckerkrankheit") wird grob in 2 Formen unterschieden, die oft Jugenddiabetes (Typ I) und Erwachsenendiabetes (Typ II) genannt werden.
Zugrunde liegt entweder eine ver- ringerte Bildung des Hormons Insulin, oder die Wirkung des Insulins ist gestört. Gemeinsames Zeichen beider Diabetesformen ist der erhöhte Blutzuckerspiegel, da Insulin für die Senkung des Blutzuckers zuständig ist.

Die Entstehung des Jugenddiabetes kann kaum durch eine bestimmte Lebensweise verhindert werden. Der Erwachsenendiabetes ist dagegen eine typische Zivilisationskrankheit, der bei genetischer Veranlagung immer dann vermehrt auftritt, wenn ein Überfluß an Nahrungsmitteln besteht.
Prinzipiell sollte immer eine diätetische Behandlung des Diabetes vom Typ II durchgeführt werden. Es ist wichtig, ein bestehendes Übergewicht durch eine Reduktionskost zu vermindern. Entscheidend wichtig ist die Einschränkung des Fettkonsums. Außerdem sollten Kohlenhydrate gemieden werden, die zu einem zu starken Blutzuckeranstieg führen (z.B. einfacher Haushaltszucker). Nach Möglichkeit sollten Antidiabetika, wie z.B. Euglucon® wegen ihrer langfristigen Nebenwirkungen durch eine entsprechende Schulung und diätetischen Behandlung ersetzt werden.

Langfristiges Ziel einer Diabetesbehandlung sollte immer sein, die Spätschäden des Diabetes (Störungen in der Durchblutung -> Amputationen, Blindheit, Nierenschäden) zu verhindern oder möglichst weit hinauszuschieben und akute Stoffwechselent- gleisungen zu vermeiden. Dazu ist es wichtig, den Insulinbedarf so weit wie möglich zu verringern. Da Insulin für die Verwertung von Kohlenhydraten gebraucht wird, wendete man früher eine fett- und proteinreiche Diät an. Langfristig trug dies aber zur vorzeitigen Arteriosklerosebildung beim Diabetiker bei. Wie in der üblichen Ernährung auch, sollte die Energiebereitstellung aus Fetten deshalb 30 % nicht übersteigen.

Im Gegensatz zu früher weiß man heute, daß durch die Zufuhr von ballaststoffreichen komplexen Kohlenhydraten eine wesentlich bessere Stoffwechseleinstellung erreicht werden kann. Im Vergleich zu normalem Zucker erhöhen diese nur langsam den Blutzucker und verringern damit den Insulinbedarf. Zu diesen Kohlenhydraten gehören insbesondere Hülsenfrüchte, Getreideflocken, Vollkornbrot und Teigwaren aus Vollkorngetreide.
Die Eiweißzufuhr sollte normal sein, da eine überhöhte Zufuhr die Niere belastet. Da beim Diabetiker häufig schon eine Störung der Niere vorliegt, kann es sogar sinnvoll sein, nur die Mindestmenge an Protein zuzuführen und außerdem auf eine niedrige Phosphatzufuhr zu achten.

In der Praxis sollte eine Diabetesernährung so aussehen, daß die Kohlenhydrate möglichst gleichmäßig auf den Tag verteilt werden. Als vorteilhaft hat sich dabei erwiesen, die Menge der Kohlenhydrate in Form von Broteinheiten anzugeben (1 BE = 12 g Kohlenhydrate). Mit Hilfe von Tabellen oder einfacher mit einem Ernährungsprogramm kann die Diät dann so zusammengestellt werden, daß sich z.B. 18 BE bzw. 216 g Kohlenhydrate ergeben. Der Einsatz diätetischer Lebensmittel, die Zuckeraustauschstoffe enthalten, ist in aller Regel nicht erforderlich. Neben der Diät kann außerdem durch eine erhöhte körperliche Betätigung der Insulinbedarf reduziert werden.

empfehlenswerte Lebensmittel nicht empfehlenswerte Lebensmittel
  • möglichst unverarbeitet Nahrungsmittel, frischzubereitetviele Kohlenhydrate in Form von Vollkorn, Kartoffeln, Hirse, Mais etc.
  • fettarme Milch und Milchprodukte (Magerquark,Joghurt, Käse bis 30% Fettgehalt)
  • fettarme Fischsorten (Heilbutt, Hecht, Seezunge, Seelachs, Scholle, Kabeljau), 2-3 pro Woche
  • fettarmes Fleisch- und Wurstsorten (Wild, Pute,Corned Beet, Geflügelwurst), max. 3-4 pro Woche
  • Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl
  • Fertiggerichte mit schlecht kalkulierbaren Mengen an Fett und Kohlenhydraten
  • Ausgemahlene Getreidemehle (Typ 405) und reine Zucker wie Industriezucker, Traubenzucker
  • fettreiche Milch und Milchprodukte (Vollmilch, Sahne, Creme fraiche)
  • Avocados, fettreiche Salatdressings, Pommes frites, Chips, Kroketten
  • fettreiche Fischsorten (Hering, Ölsardinen, Räucherlachs, Muscheln, Bückling)
  • fettreiche Fleisch- und Wurstsorten (Schweinefleisch, Gans, Ente), Innereien, Mettwurst, Streichwurst
  • Kokus- und Palmfett, Remoulade